Matura 2026: Wenn Funken zu Feuer werden

23. Juni 2026

Matura 2026: Wenn Funken zu Feuer werden

Mit der österreichischen Reifeprüfung in der Hand und einem Bild im Kopf, das bleiben dürfte, hat der Maturajahrgang der formatio Privatschule Abschied gefeiert. Am Mittwoch, 17. Juni 2026, verwandelte sich der festlich geschmückte Gemeindesaal in Triesen in einen Ort des Aufbruchs: Vor Familien, Lehrpersonen und Ehrengästen nahmen die Absolventinnen und Absolventen der OG4 ihr Maturadiplom entgegen und verabschiedeten sich von einer Schule, die für viele weit mehr war als ein Lernort.

Eröffnet wurde der Abend von Schulleiterin und Geschäftsführerin Eva-Maria Winter-De Rouin, die die Familien begrüsste und für ihr Vertrauen in die formatio dankte – eine Schule, die sich seit ihrer Gründung durch Helma und Dr. Peter Ritter dem Grundsatz verschrieben hat, Stärken zu stärken und Persönlichkeiten zu formen. Als österreichische Auslandsschule schliesst ihr Oberstufengymnasium mit der international anerkannten Reifeprüfung ab. Aus Wien richtete Andrea Dorner vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung eine herzliche Videobotschaft an die Jugendlichen. Sie würdigte die Leistungen des Jahrgangs und hob dessen Mehrsprachigkeit hervor: ein Schlüssel, um Grenzen zu überwinden, und ein Zeichen der Fähigkeit, sich auf andere Menschen und Kulturen einzulassen.

In seiner Festrede schlug Verwaltungsrat Horst Biedermann den Bogen von grundlegenden Bildungsfragen zur Lebenswirklichkeit der jungen Erwachsenen. Er ermunterte sie, ihren Leidenschaften zu folgen: Sinn gebe dem Leben am Ende das Herz – nicht der Plan, nicht der Karriereweg, nicht gesellschaftliche Erwartungen. Für die musikalischen Akzente sorgte Sarah Chong am Piano. Zwischen den Programmpunkten schuf sie Räume des Nachklingens, in denen das Gehörte wirken durfte.

Den emotionalen Höhepunkt setzte Klassenvorständin Julia Dohr. Sie nahm den Saal mit zurück durch vier gemeinsame Jahre – Momente der Freude und der Frustration, der Erschöpfung vor Prüfungen und der Erleichterung danach. Im Zentrum stand das Bild der «Feuermacherinnen und Feuermacher»: Jeder Mensch sei unersetzlich und trage die Fähigkeit in sich, Funken zu schlagen, die zu einem eigenen Feuer werden könnten – gemessen nicht an Noten oder Titeln, sondern am gelebten Leben. Dafür brauche es keine KI, nur den Mut zur eigenen Flamme. Auch die Klasse kam zu Wort: Nina Batliner liess die Jahre ehrlich und humorvoll Revue passieren und erinnerte an Herausforderungen, die den Jahrgang zusammengeschweisst haben.

Herzstück war die Zeugnisübergabe. Eva-Maria Winter-de Rouin, OG-Leiterin Maria Stofner und Julia Dohr überreichten die Diplome mit einem persönlichen Wort – jenen Begegnungen, die einen Festakt zu mehr machen als einer Veranstaltung. Beim Apéro öffnete sich der Saal für informelle Momente: wehmütige Umarmungen und Fotos, die ein letztes Mal die gemeinsame «Klasse» festhalten. Geblieben ist das Bild eines Abends, der zeigte, was Schule sein kann, wenn sie sich als Gemeinschaft versteht – und Übergänge mit Bedacht und Würde gestaltet.

TV Bericht Maturafeier 2026 

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