Lesung „Der Zorn des Achill“
20. Oktober 2021
Am Mittwoch, den 20. Oktober 2021 traf sich das gesamte Oberstufengymnasium der formatio Privatschule in der Ofenhalle Keramik Schädler in Nendeln, um einer ganz besonderen szenischen Lesung beizuwohnen: „Der Zorn des Achill“ nach dem ersten Gesang der Ilias von Homer wurde von den beiden Schauspielern Silvia-Maria Jung und Dimitri Stapfer vorgetragen. Im Mittelpunkt des Geschehens standen zwei Figuren: Der König und Heerführer Agamemnon (gespielt von Silvia-Maria Jung) und sein bester Krieger: Achill (gespielt von Dimitri Stapfer). Weil Agamemnon seine Siegesbeute – die schöne Chryseis – zurückgeben musste (warum – das ist eine komplizierte Geschichte…), fordert er nun von Achill dessen Kriegstrophäe zurück: die hübsche Briseis. Natürlich ist Achill über diesen Entscheid seines Königs alles andere als erfreut: Er tobt, stellt die Führungsqualitäten von Agamemnon in Frage, gibt ihm widerwillig die Briseis zurück, verweigert ihm jedoch gleichzeitig seine Gefolgschaft und holt sich schliesslich Unterstützung aus dem Götterhimmel. Zeus höchstpersönlich soll dafür sorgen, dass Agamemnon mit seinen Griechen die Schlacht gegen die Trojaner nicht gewinnen möge. Genau so spannungsgeladen wie diese Geschichte klingt wurde sie von dem Schauspieler-Duett präsentiert, wobei die beiden Darsteller mitunter auch in andere Rollen schlüpften, mal Götter, mal Priester und mal Frauen spielten.
Die Schüler und Schülerinnen zeigten sich durchwegs fasziniert von der emotionalen Wucht, die in diesem antiken Text steckt. Im Anschluss gab es eine Diskussionsrunde, in der die Lernenden zahlreiche Fragen an die Schauspiel-Profis und an den Regisseur Georg Rootering richteten. Die Jugendlichen waren offensichtlich überrascht, wie viel Energie die Schaulspiel-Profis in dieses Stück gesteckt hatten (das Auswendiglernen von griechischen Textbausteinen, das Spielen eines Hangs) und wie viel Liebe zum Detail in der Umsetzung steckte (der Ort der Aufführung, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Übersetzungen). Alles in allem: Eine eindrückliche Aufführung, die es schaffte, einem mehr als 2’500 Jahre altem Text neues Leben einzuhauchen!